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Die Frage ist berechtigt. Spielmatten aus Schaumstoff und Vinyl gehören zu den Flächen, auf denen Kinder täglich Stunden verbringen, auf Bodenniveau, mit direktem Haut- und Mundkontakt. Die Forschung hat zwei Gruppen von Schadstoffen in Spielmatten identifiziert: Flammschutzmittel im Schaumstoff und Weichmacher in Vinyl. Beide lohnen eine genaue Betrachtung.
Die Spielmatten von Studio Huske bestehen aus Silikonleder: kein Schaumstoff, kein PVC, keine Flammschutzmittel, keine Weichmacher (Phthalate). Zertifiziert nach OEKO-TEX STANDARD 100/1 Klasse I, der strengsten Stufe des OEKO-TEX-Systems. Wer einen vollständigen Materialvergleich möchte, findet ihn im Artikel Krabbelmatte: Welches Material ist wirklich sicher?
Die meisten der vorliegenden Studien haben Schlafmatten aus Kindertageseinrichtungen untersucht, weil dort Kinder eine einzelne Fläche über längere Zeiträume nutzen. Die Materialien sind dieselben wie in Spielmatten für zu Hause. Schaumstoff ist Schaumstoff. Vinyl ist Vinyl. Die chemischen Eigenschaften und Expositionspfade ändern sich nicht, weil eine Matte im Wohnzimmer liegt statt in einer Kita.
Schaumstoff ist brennbar. Das Thema Spielmatte und Flammschutzmittel entstand genau daraus: Jahrzehntelang haben Hersteller chemische Flammschutzmittel in Polyurethanschaum eingebracht, um Brandsicherheitsnormen zu erfüllen. In den USA war der massgebliche Standard das California Technical Bulletin 117, das die Vorgabe setzte, nach der sich die meisten Hersteller richteten.
Die dabei eingesetzten Chemikalien kommen aus mehreren Substanzfamilien. Triphenylphosphat (TPP) steht im Zusammenhang mit Schäden am Nervensystem. Chloriertes Tris, auch TDCPP genannt, ist als krebserregend eingestuft. Firemaster 550, eine bromierte Mischsubstanz, hat in Tierstudien hormonelle Störungen und Gewichtszunahme ausgelöst. Kinder nehmen diese Stoffe durch direkten Hautkontakt auf, durch Einatmen der Luft in Mattennähe und durch Staubingestion, ein realer Aufnahmepfad für Kleinkinder, die alles in den Mund nehmen.
Kalifornien hat seine Brandsicherheitsnorm 2013 überarbeitet und die Anforderung gestrichen, dass Schaumstoff selbst flammhemmend sein muss. Viele Hersteller begannen daraufhin umzuformulieren. Ein Restrisiko bleibt: ältere Matten, die noch im Umlauf sind. Einrichtungen wie Kitas tauschen Ausstattung nicht nach einem festen Zyklus. Eine Matte, die 2010 oder 2012 gekauft wurde, kann heute noch in einem Lagerraum liegen und zu Spielzeiten herausgeholt werden.
Für Eltern in Deutschland und der Schweiz gilt: Die genannten Studien sind US-amerikanisch, und der regulatorische Kontext ist ein anderer. Die EU-REACH-Verordnung schränkt bestimmte Organophosphat-Flammschutzmittel enger ein als die US-Regeln zum Zeitpunkt dieser Studien. Das bedeutet nicht, dass europäische Matten automatisch unbedenklich sind. Es bedeutet, dass die genauen Chemikalien und Konzentrationen aus US-Studien nicht direkt auf europäisch produzierte Produkte übertragbar sind.
Das ist der Teil, der sich nicht verbessert hat.
Fast alle Spielmatten mit Schaumstoffkern haben einen Bezug aus Vinyl, also PVC. PVC ist von Natur aus steif. Um es weich und flexibel zu machen, werden Weichmacher zugefügt, die sogenannten Phthalate. Phthalate sind endokrine Disruptoren: Sie können in das Hormonsystem eingreifen. Das Risiko liegt nicht in einer einmaligen Berührung, sondern in der fortgesetzten niedrigschwelligen Belastung während einer sensiblen Entwicklungsphase.
Die Überarbeitung der californischen Norm 2013 hat sich mit Flammschutzmitteln im Schaumstoff befasst. Mit dem Phthalatgehalt in Bezügen hat sie sich nicht befasst. Das sind zwei verschiedene Materialien mit zwei verschiedenen Regulierungsgeschichten. Wer eine Matte sucht, die beide Probleme gleichzeitig löst, findet das im Standardsortiment kaum.
Ein Punkt, der in diesem Zusammenhang häufig übersehen wird: "BPA-frei" sagt über Phthalate gar nichts aus. BPA ist ein anderes Molekül mit einem anderen Wirkpfad. Eine Matte kann BPA-frei sein und dennoch Phthalate enthalten. Diese beiden Begriffe werden im Marketing oft vermischt, sie meinen aber zwei verschiedene Substanzklassen.
Die grösste Testreihe in diesem Bereich stammt vom Center for Environmental Health (CEH), durchgeführt gemeinsam mit Forschern der Duke University. In einer Studie wurden 24 Schlaf- und Spielmatten aus Geschäften und Kindertageseinrichtungen mehrerer US-amerikanischer Bundesstaaten auf Flammschutzmittel untersucht. 22 von 24 Matten enthielten mindestens einen Flammschutzstoff. 19 von 24 enthielten zwei oder mehr. Zu den identifizierten Chemikalien gehörten Triphenylphosphat (TPP) und chloriertes Tris (TDCPP).
Eine 2014 veröffentlichte Studie von Duke University und der Environmental Working Group (EWG) untersuchte Flammschutzmittel-Metabolite im Blut von Müttern und ihren Kleinkindern, in verschiedenen Haushaltsumgebungen mit Polyurethanschaum in Möbeln, Babymatratzen, Wickelunterlagen und Stillkissen. Es war keine mattenspezifische Studie. Der Befund ist dennoch relevant: Die mittlere BDCIPP-Konzentration bei Kindern lag fast fünfmal so hoch wie bei ihren Müttern. Kinder nehmen diese Verbindungen anders auf als Erwachsene, zum Teil durch das Hand-zu-Mund-Verhalten, zum Teil weil ihr Körper Chemikalien anders verarbeitet.
2018 veröffentlichte Toxic-Free Future eine Interventionsstudie in sieben Kindertageseinrichtungen in der Region Seattle. Vor und nach dem Austausch flammschutzmittelhaltiger Schlafmatten gegen flammschutzmittelfreie Alternativen wurden Flammschutzmittelwerte im Körper der Kinder gemessen. Die Reduktionen waren erheblich: BEHTBP sank um 90 Prozent, EHTBB um 79 Prozent, TBPP um 65 Prozent, chloriertes Tris um 40 Prozent. Unterschiedliche Werte für unterschiedliche Chemikalien, aber die Richtung war bei allen konsistent. Das bestätigt: Die Matten selbst sind die primäre Expositionsquelle, kein anderer Umgebungsfaktor.
Zur Einordnung für Eltern in Europa: Diese Studien stammen aus dem US-amerikanischen Markt. Die EU-REACH-Verordnung reguliert verschiedene dieser Stoffe enger. Dennoch geben die Studien eine wichtige Orientierung über Expositionspfade und Wirkung, die grundsätzlich nicht US-spezifisch sind.
Wer eine schadstofffreie Spielmatte sucht oder nach dem Material einer vorhandenen Matte fragt, kann auf folgende Kriterien achten:
Keine Flammschutzmittel im Schaumstoff. Direkt nachfragen oder nach einer FR-freien Zertifizierung suchen. "Erfüllt Brandsicherheitsnormen" bedeutet nicht automatisch "ohne Flammschutzmittel".
Kein Vinyl (PVC) als Bezug. Alternativen: GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle oder Oberflächen aus Materialien, die ohne PVC auskommen.
OEKO-TEX STANDARD 100/1 Klasse I. Das ist die für den Babykontakt vorgesehene Stufe des OEKO-TEX-Systems. Was sie umfasst und wie sie sich zu anderen Zertifizierungen verhält, erklärt der Artikel Krabbelmatte: Welches Material ist wirklich sicher? ausführlich.
GREENGUARD Gold. Zertifiziert niedrige Chemikalienemissionen ins Raumklima, wird im US-Markt häufig vorausgesetzt. Ergänzt OEKO-TEX, ersetzt es aber nicht. Bei reinen Silikonmatten ohne Schaumstoffkern und ohne PVC ist GREENGUARD Gold methodisch nicht anwendbar, weil diese Emissionsquelle bei diesem Materialtyp nicht existiert.
GOTS-Zertifizierung. Gilt für Produkte aus Bio-Textilfasern. Für Silikonmatten nicht relevant.
Für eine detaillierte Übersicht über Materialien und ihre Schadstoffprofile bietet der Artikel Krabbelmatte: Welches Material ist wirklich sicher? einen weiterführenden Vergleich.
Silikon ist weder Schaumstoff noch PVC. Das ist keine Marketingaussage, das ist der Grund, warum beide chemischen Probleme für dieses Material schlicht nicht zutreffen.
Kein Schaumstoff: kein brennbares Substrat, das chemisch behandelt werden müsste. Flammschutzmittel sind kein Teil der Konstruktion.
Kein PVC: keine Weichmacher. Phthalate haben in der Chemie von Silikon keine Funktion.
Silikon ist ein Polymer aus Silizium und Sauerstoff. In seiner festen Form ist es nicht porös. Das ist eine Materialeigenschaft. Dieselbe Eigenschaft, die es abwischbar macht, ohne chemische Zusätze zu brauchen.
Die Spielmatten von Studio Huske bestehen aus Silikonleder, das ist das Material. Kein Schaumstoff, kein PVC, kein BPA, keine Phthalate, kein Formamid. Zertifiziert nach OEKO-TEX STANDARD 100/1 Klasse I, der strengsten Stufe des Systems, die für Produkte im direkten Haut- und Mundkontakt mit Babys vorgesehen ist. Entworfen in der Schweiz.
Silikonleder ist keine Schlafmatte. Es bietet nicht die Polsterung, die ein Kind beim langen Ausruhen braucht. Wer gezielt eine Kita-Schlafmatte sucht, sollte das wissen. Wo Silikonleder-Spielmatten den Unterschied machen: auf dem Wohnzimmerboden, die Fläche, auf der Kinder täglich Stunden verbringen, beim Spielen, Krabbeln, Beikostessen.
"Schädlich" ist ein breiter Begriff. Schaumstoffmatten, die vor 2013 produziert wurden, enthalten mit höherer Wahrscheinlichkeit Flammschutzmittel. Neuere Matten sind in diesem Punkt häufig besser, können aber nach wie vor Vinyl-Bezüge mit Phthalaten haben. Das Risiko liegt nicht in einer akuten Vergiftung, sondern in der wiederholten niedrigschwelligen Belastung durch hormonell wirksame oder, im Fall von chloriertem Tris, als krebserregend eingestufte Chemikalien.
Weichmacher in Spielmatten sind für Kinder besonders relevant, weil der Kontakt früh, langanhaltend und über mehrere Pfade gleichzeitig stattfindet: Haut, Hände, Mund. Weichmacher, in der Fachsprache Phthalate, werden PVC-Bezügen zugefügt, damit das Material weich und flexibel bleibt. Sie gelten als endokrine Disruptoren, können also in das Hormonsystem eingreifen. Spielmatten aus Vinyl enthalten fast immer Phthalate, unabhängig davon, ob der Schaumstoffkern Flammschutzmittel enthält oder nicht.
Nein. BPA (Bisphenol A) und Phthalate sind verschiedene Chemikalien mit verschiedenen Wirkpfaden. Eine Matte kann als BPA-frei ausgewiesen sein und dennoch Phthalate enthalten. Die beiden Begriffe werden im Produktmarketing häufig vermischt.
OEKO-TEX STANDARD 100/1 Klasse I ist die strengste Stufe des OEKO-TEX-Systems, vorgesehen für Produkte, die in direkten Haut- und Mundkontakt mit Babys kommen. Sie prüft jede Komponente des Produkts auf Hunderte von Substanzen, einschliesslich Flammschutzmittel, Phthalate, Schwermetalle und Formaldehyd. "Schadstofffrei" als Werbebehauptung ohne benanntes Zertifikat ist dagegen nicht geprüft.
Laut der Interventionsstudie von Toxic-Free Future reduziert der Wechsel zu flammschutzmittelfreien Matten die messbaren Konzentrationen im Körper der Kinder um 40 bis 90 Prozent, abhängig von der jeweiligen Chemikalie. Die Studie bestätigt, dass die Matten selbst die primäre Expositionsquelle sind.
Silikon enthält keinen Schaumstoff und kein PVC, wodurch die zwei häufigsten Schadstoffquellen der Kategorie entfallen. Für eine verlässliche Aussage ist dennoch eine externe Zertifizierung nötig. OEKO-TEX STANDARD 100/1 Klasse I bestätigt eine unabhängige Prüfung auf Substanzebene, die über eine reine Materialangabe hinausgeht.
Quellen: Center for Environmental Health, gemeinsam mit Forschern der Duke University (24-Matten-Studie zu Flammschutzmitteln); Environmental Working Group und Duke University, 2014 (Studie zu Flammschutzmittel-Metaboliten bei Kleinkindern und Müttern); Toxic-Free Future, “Don’t Sleep on It: Toxic Flame Retardants in Nap Mats” (2018, Interventionsstudie in sieben Kindertageseinrichtungen, Seattle-Region); California Technical Bulletin 117, Überarbeitung 2013.